Am 01.September 2003 fiel der Startschuss für ein in Deutschland einzigartiges Projekt : Die dreijährige Berufsausbildung zum Rettungsassistenten im dualen System. Was lange gefordert wurde durch die Interessenvertretungen des Rettungsdienstes, nämlich die Ausweitung und gezielte Standardisierung der Berufsausbildung im Rettungsdienst, fand hier eine sowohl vorausschauende als auch praktikable Lösung.
Anders als bei den bestehenden Systemen, wo der Auszubildende die Kosten für die Ausbildung selber tragen muss, werden im Regionalverband Hessen / Rehinland Pfalz und Saarland des Malteser Hilfsdienstes die Kosten komplett durch den Betrieb getragen. Zusätzlich erhält der Auszubildende eine volle Ausbildungsvergütung nach AVR, den Führerschein der Klasse C1E und weitere Fortbildungen (z.B. ITLS-Provider, Erste-Hilfe Ausbilder, etc.) welche dem Aspiranten für seine spätere Tätigkeit als Rettungsassistent nützlich sein werden.
Nach erfolgreichem Bestehen eines Einstellungstestes, bei welchem sowohl Fragen nach dem Allgemeinwissen, als auch nach dem praktisch, technischen Verständnis gestellt werden, beginnt der Anwärter seine Ausbildung an der maltesereigenen, staatlich anerkannten Rettungsdienstschule in Wetzlar.
An dieser Schule werden alle theoretischen Unterrichtseinheiten vermittelt. Angefangen bei der Helfergrundausbildung, über die Rettungssanitäterausbildung bis zum erfolgreichem Abschluss der Rettungsassistentenausbildung. Während dieser Zeit wird der Auszubildende bei voller Kost und Logie auf Kosten des Malteser Hilfsdienstes untergebracht.
In den drei Jahren wird die schulische Ausbildung immer wieder durch praktische Tätigkeiten auf einer der vielen Lehrretungswachen der Region durchbrochen. Hier werden dem Auszubildenden durch einen Praxisanleiter die theoretischen Inhalte am praktischen Biespiel näher gebracht.
Dabei wird der junge Auszubildende auch erstmals mit den hohen Belastungen des Schichtdienstes, aussergewöhnlichen Einsatzereignissen und der Notwendigkeit einer schnellen Anpassungsfähigkeit konfrontiert. Dabei kann er sich aber jederzeit auf die Unterstützung durch seinen Praxisanleiter und die enge Einbindung des Teams verlassen.
Am Ende der Ausbildungszeit steht das Abschlussgespräch mit dem Praxisanleiter, einem Arzt und dem Ausbildungsleiter, bei welchem der Auszubildende Fragen der Anatomie, Physiologie und der Einsatztaktik beantworten muss. Mit bestehen dieses Gespräches kann er sich dann staatlich anerkannter Rettungsassistent nennen.
So konnten seit Bestehen des Ausbildungsmodells jährlich cirka 40 junge Menschen einheitlich ausgebildet und zum Teil als Rettungsassistent in den Betrieb übernommen werden.
Johannes Pranghofer
Lehrrettungsassistent
Leiter Ausbildung
Malteser Hilfsdienst gGmbH
Schmidtstr 67
60326 Frankfurt am Main
Vera Schmidt
Lehrrettungsassistentin
Stlv. Leiterin Ausbildung
Malteser Hilfsdienst gGmbH
Schmidtstr 67
60326 Frankfurt am Main